Patinieren mit Speziguzi – Grundlagen

Immer wieder taucht in Forendiskussionen die Fragestellung auf, wie gehe ich beim airbrushen vor? Wie bereite ich die Modelle für die Patinierung vor? Fragen, die ich hier im Rahmen der Serie „Patinieren mit Speziguzi“ versuche zu beantworten.

Zuerst muss die Lok soweit wie möglich zerlegt werden. Fenstereinsätze herausnehmen oder, wenn herausnehmen nicht möglich ist, mit Latexlack oder ähnlichem Maskierungsmittel abdecken. Hier mal am Beispiel einer 212 von Roco gezeigt, da werden die Fenster herausgenommen bevor die Maschine zum brushen ins AW kommt:
Roco 212, zerlegt, Fenstereinsätze herausgenommen

Als nächstes – Grundbedingung für sauberes Patinieren – werden die Einzelteile bereitgelegt. Links die Dächer und Inneneinrichtungen, rechts die Rahmen und unten die Antriebsräder. Alle Teile sind mit Krepp-Klebeband gut eingewickelt um sie vor Farbe zu schützen:
Alle Einzelteile abgeklebt und vorbereitet für die Airbrush

Nun gehen wir zu den Füßen der Lok, also zu den Rädern. Diese werden wenn es geht auch ausgebaut (siehe oben). Bei Roco Loks geht das, bei Märklin Loks geht das meist nicht. Da nehme ich ein Fahrgerät (Fahrtrafo) zu Hilfe und lasse die Lokräder langsam drehen. Die Räder werden mit wenig Farbe und viel Luft gebrusht und nicht, wie ich es schon gesehen habe, einfach zugeschmutzt.

Als Beispiel wieder die 212 von Roco:
Vorbereiten der Räder

Hier eine 218 von Märklin, deren Räder ausgebaut wurden. Das geht bei den neuen Loks:
Die 218 von Märklin, Radsätze ausgebaut.

Die am Beispiel der Roco 212 beschriebene Vorgehensweise gilt sinngemäß auch für Waggons. Zerlegen und/oder maskieren bzw. abkleben. Wer seine Airbrush einfach nimmt und denkt, mit dreimal pffft ist alles fertig, muss sich über ein unbrauchbares Arbeitsergebnis nicht wundern. Auf dem nächsten Bild werden Fleischmann Umbauwagen zur Alterung vorbereitet:
Fleischmann Umbauwagen werden vorbereitet

Hier noch einige Beispielbilder der 140 423-5 (Basis von Roco), die ein Kunde in genau diesem Zustand und umbenummert von mir haben wollte. Das Gehäuse ist nur provisorisch aufgesetzt, die Fenstereinsätze müssen noch eingebaut werden:


Nicht zuletzt ist es besonders wichtig, im Vorfeld ausführliche Rechere zu betreiben. Dafür bieten sich Bücher (Bildbände), Eisenbahnmagazine und in Zeiten des Internets einschlägige Foren an. Ganz besonders hilfreich ist bei DSO das Forum 04, Historische Bahn

Natürlich muss man auch Kompromisse machen. Manchmal ist es nicht möglich, genau dem Vorbild entsprechend zu patinieren. Das würde einfach zu dreckig und unrealistisch im Modell aussehen.

Ein Paradebeispiel für starke Betriebsverschmutzung sind die beiden verkehrsroten 140er, deren Aufgabe es ist, Ganzzüge zu befördern:

So, für heute soll das mal wieder genug sein. Die Reihe „Patinieren mit Speziguzi“ wird zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt.

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